Arbeit, Soziales und Gesundeheit

Liebe Treptow-Köpenicker*innen,

unser Bezirk steht insgesamt gut da. Die Arbeitslosigkeit ist gering, die Menschen arbeiten überwiegend sozialversicherungspflichtig,
Vergleichsweise wenige Menschen sind auf Grundsicherung angewiesen. Treptow-Köpenick steht im Sozialstrukturatlas im oberen Mittelfeld.

Gleichzeitig wissen wir, dass die Unterschiede zwischen den Stadtteilen, Nord und Süd – Ost und West, in unserem Bezirk groß sind. Nicht alle Menschen hatten immer Glück im Leben. Krankheit, Arbeitslosigkeit und Sucht kann jede und jeden ganz unverschuldet treffen. Auch, wer Rückschläge erlebt, darf nicht ins Bodenlose fallen. Sie oder er haben ein Recht darauf, dass ein starker und leistungsfähiger Staat sie oder ihn in seiner Lage unterstützt.
Deswegen kämpft die SPD-Fraktion Treptow-Köpenick ganz klar für den Erhalt und den Ausbau sozialer Infrastruktur. Wir unterstützen Träger der sozialen Hilfe bei ihrem Engagement, wo wir können. In der wachsenden Stadt und in einer alternden Gesellschaft brauchen wir auch ein Mehr an sozialen Angeboten.

Wir kämpfen dafür, dass Armut kein Schicksal ist, sondern dafür, dass jede und jeder in Würde ein selbstbestimmtes Leben führen kann.

Berlin wächst. Jedes Jahr kommen 40.000 neue Berliner*innen in unsere Stadt. Das heißt auch, dass wir die sozialen Angebote ausbauen müssen. Wir brauchen mehr Angebote. Darunter sind nicht nur Junge, auch Ältere ziehen nach Berlin, um hier ihren Lebensabend zu verbringen, auch die Berlinerinnen und Berliner werden älter. Das ist schön, stellt uns aber vor Herausforderungen. Wir dürfen nicht abwarten und diese Entwicklung auf uns zukommen lassen. Wir müssen sie annehmen und aktiv gestalten und so jeden Tag ein bisschen besser werden.

Die Kiezklubs erhalten und ausbauen

Die zehn Kiezklubs gehören zu den wichtigsten Einrichtungen, die wir im Bezirk haben. Hier können Menschen, jung oder alt, zusammenkommen, sich kennenlernen und gemeinsam etwas schaffen. Sie fördern das soziale Engagement und das Miteinander. Die Angebote umfassen Kunst und Kultur, Sport und Gesundheit. Dort können Kontakte gepflegt und Freundschaften aufgebaut und gepflegt werden. Gerade für Menschen, denen wenig Geld zur Verfügung steht oder älteren Menschen, deren soziales Umfeld auseinanderfällt, sind die Kiezklubs oftmals eine Anlaufstelle für soziale Kontakte. Wir unterstützen die Kiezklubs bei ihrer Arbeit und dabei ihre Angebotsvielfalt auszubauen. Die kommunale Trägerschaft der Kiezklubs wollen wir erhalten. Mit Blick auf die neuen
Bevölkerungsprognosen wollen wir einen weiteren Standort prüfen.

Wohnungslosigkeit vermeiden

Wohnungs- und Obdachlosigkeit haben komplexe Ursachen. Ein schwerer Schicksalsschlag, Scheidung, psychische Erkrankungen – meist im Zusammenhang mit einer Suchterkrankung. Alles kann dazu führen, dass Menschen den Halt verlieren, abrutschen und am Ende wohnungs- oder obdachlos sind. Die aktuell angespannte Lage am Berliner Wohnungsmarkt macht es für Menschen zunehmend schwer, aus der Wohnungslosigkeit den Weg in die eigenen vier Wände zurück zu finden. Neben unserer Unterstützung von Neubau bezahlbarer Wohnungen, wollen wir die Angebote zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit unterstützen. Insbesondere die Kältenothilfe wollen wir im Bezirk stärken. Wir setzen uns für höhere Belegungskapazitäten und bessere Standards in den Unterkünften ein. Zudem müssen die konkreten Gründe für die Obdach- und Wohnungslosigkeit der Betroffenen ergründet und ihnen kompetente und zielgerichtete Hilfe geboten werden. Soziale Arbeit in Form von Streetwork, aber auch in den Einrichtungen ist dabei unerlässlich. Jeder Fall muss individuell beleuchtet werden.

Jugendberufsagentur stärken

Die Jugendberufsagentur (JBA) ist 2016 in Berlin gestartet. Ziel ist es, jungen Menschen einen reibungslosen Einstieg in ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Die Jugendberufsagentur bringt alle Stellen zusammen – die Jobcenter, die Agentur für Arbeit, die Jugend- und Sozialämter – alles unter einem Dach. Ziel der Jugendberufsagentur ist es die Angebote für Jugendliche und junge Menschen zu bündeln und zu vermitteln. Die Jugendberufsagentur ist in Berlin ein vollkommen neues Projekt. Wir begleiten sie in ihrer Startphase. Wir wollen, dass sie zum Erfolg wird. Unsere Ziele sind klar: Jugendliche, unabhängig von ihrer Herkunft oder dem Geldbeutel der Eltern, sollen ihren eigenen Weg gehen können.

Gesundheit für alle sicherstellen

Laut der Bedarfsberechnung der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin ist Treptow-Köpenick insgesamt mit Ärztinnen und Ärzten überversorgt. Wir wissen aber, wie unterschiedlich die Versorgung nach Kiezen und ärztlichen Fachgruppen in unserem Bezirk ist. Wir wollen Ärztemangel in den Kiezen bekämpfen. Insbesondere die Versorgung mit Hausärzten muss flächendeckend für alle Menschen gesichert werden. Wir werden die – sehr engen – Spielräume, der Kassenärztlichen Vereinigung nutzen, um Korrekturen vorzunehmen. Gleichzeitig bleibt es unser politisches Ziel, dass die
Bezirksgrenzen wieder Berechnungsgrundlage für die ärztliche Versorgung werden.

Angebote für Psychisch- und Suchterkrankte sicherstellen

Psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen sind ein besonderes Phänomen. Menschen, die darunter leiden, sind besonders schützenswert. Sich selbst einzugestehen, dass man erkrankt ist, ist oft nicht leicht. Wer jedoch den Entschluss gefasst hat, sich Hilfe und Unterstützung zu suchen, die oder der muss möglichst schnell ein Angebot im Bezirk finden. Und sie brauchen vor allem niedrigschwellige Angebote. Betroffene müssen die Möglichkeit haben, ganz unkompliziert, anonym und ohne größeren Aufwand Hilfe zu erhalten. Wir machen uns dafür stark, dass diese Angebote ausgebaut werden.

Pflegestützpunkte stärken – Netzwerke schaffen

Die Pflegestützpunkte bieten in unserem Bezirk einen einzigartigen Beitrag bei der Vermittlung von Unterstützungsangeboten für Betroffene, aber auch für Angehörige. Grade in einer stetig älter werdenden Gesellschaft bedarf es der Bündelung von Hilfsangeboten. Wir wollen die Pflegestützpunkte in unserem Bezirk bei ihrer Arbeit stärken und Netzwerke zum Wohle von Betroffenen und Angehörigen schaffen. Viele suchen eine*n starke*n Partner*in, der*die ihnen durch die Vielzahl an Hilfsangeboten für Pflegebedürftige hilft und ihnen kompetente Beratung zukommen lässt. Mit besseren Netzwerken, grade im Pflegebereich, ist vielen geholfen.