Kinder und Jugendarbeit

Liebe Treptow-Köpenicker*innen,

unser Bezirk zählt zu den „Wachstumsbezirken“ Berlins. Bis Ende 2030 wird für Treptow-Köpenick ein Bevölkerungszuzug von rund 30.000 Menschen erwartet. Dies stellt sowohl Politik als auch die Verwaltung vor große Aufgaben in allen Bereichen. Eine fortschrittliche Kinder- und Jugendpolitik setzt die Rahmenbedingungen für eine Gesellschaft, in der die junge Generation Beachtung, Wertschätzung und Unterstützung erfährt. Der Lebensweg eines Kindes darf nicht von der sozialen Herkunft oder vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Wir stehen für Chancengleichheit und kämpfen dafür bis dies für jedes einzelne Kind Realität wird, vom Anfang an bis zur erfolgreichen Vermittlung in den Arbeitsmarkt.

Um Kindern die besten Voraussetzungen zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und für ein selbstverantwortliches Leben zu schaffen, müssen ihre Wünsche und Bedürfnisse als Querschnittsaufgabe verstanden werden. Kinder- und Jugendpolitik endet daher nicht mit den Grenzen der Jugendhilfe, sondern sie muss darüber hinaus gehen – mit einer guten sozialen und kulturellen Infrastruktur, aber ebenso in der Stadtentwicklungspolitik. Gemeinsam mit dem Bezirksamt gestalten wir unter dieser Prämisse verantwortungsvoll unseren Bezirk.

Die SPD-Fraktion Treptow-Köpenick kämpft für ein vielfältiges und qualitativ gutes Angebot der frühkindlichen Erziehung, den Erhalt sowie Ausbau von Jugendfreizeiteinrichtungen sowie eine Stärkung der Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in unserem Bezirk. Wir arbeiten weiterhin mit vollem Einsatz für ein familienfreundliches Treptow-Köpenick.

Kindern einen guten Start ins Leben ermöglichen

Der Ausbau der Kita-Plätze ist weiterhin eines der bewegendsten Themen und zugleich eine der grundlegenden Herausforderungen unserer Stadt. Es ist ein steigender Bedarf durch steigende Geburtenzahlen, Zuzug von Familien, stärkere Inanspruchnahme und Kinder aus geflüchteten Familien festzustellen. Zwischen 2016 und 2020 sollen 30.000 neue Kita-Plätze in Berlin entstehen. Hierfür bedarf es eines gemeinsamen Kraftakts von Land, Bezirken, Eigenbetrieben und freien Trägern. Es gilt jetzt, gute Rahmen-bedingungen für den Kitausbau zu schaffen, Finanzierung zu sichern und freie Träger dabei zu unterstützen bestehende Angebote auszubauen und neue Plätze zu schaffen. Die Veränderung des Einschulalters zum August 2016 zieht für unseren Bezirk besondere Herausforderungen im Rahmen der Sicherung des Betreuungsanspruches mit sich, da dies sich auf den zeitlichen Verbleib der Kindern in den Kindertages-einrichtungen und somit auf die freiwerdenden und neu zu vergebenen Plätzen auswirkt. Nichtsdestotrotz, wurden von den Kita-Trägern im Rahmen der Kitaausbauprogramme des Landes Berlins und des Bundes eine Reihe von Maßnahmen zur Schaffung zusätzlicher Plätze umgesetzt. Die Versorgungsquote in unserem Bezirk bei Ein- bis Dreijährigen liegt bei gut 80% und damit deutlich über der angestrebten Berliner Quote von 70%. Dennoch muss der Ausbau stets aktiv vorangetrieben werden, um dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz vor Ort gerecht zu werden. Im Zuge der Schaffung neuer Kitaplätze darf aber gleichzeitig die Qualität der Betreuungsangebote nicht aus dem Fokus geraten. Von hoher Bedeutung erachten wir eine gute Sprachförderung sowie eine zeitgemäße und an der Mehrsprachigkeit der Kinder orientierte Sprachstandserhebung, bei der die Dimension der Interkulturalität als Chance einer gelingenden Integration genutzt wird. Darüber hinaus wollen wir, das gesamte Fachpersonal im Bezirk beim Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt bestmöglich unterstützen.
Deswegen brachten wir die Initiative zu einer Schulung für Erzieherinnen und Erzieher sowie Pädagoginnen und Pädagogen der frühkindlichen Inklusionspädagogik und Jugendarbeit in Treptow-Köpenick in der Bezirksverordnetenversammlung auf den Weg.

Jugendfreizeitangebote sichern und ausbauen

Es ist uns ein großes Anliegen, dass Kinder und Jugendliche die gleichen Chancen für ihre Entwicklung haben und von einer innovativen Bildungslandschaft profitieren. Ein spannendes Angebot in der Kinder- und Jugendarbeit ist hierfür von enormer Bedeutung. Die vielfältigen Angebote und Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit wollen wir erhalten und perspektivisch ausbauen. Zudem wollen wir gemeinsam mit unserem Kooperationspartner daran arbeiten, dass unsere hervorragend ausgebildeten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerecht entlohnt werden. Auch gilt es zu überprüfen, wie in der sozialen Infrastruktur insgesamt investiert werden kann. Wir setzen uns auch deshalb dafür ein, dass wir vorbeugend wirkende Projekte aus der Familienbildung stärker als bislang fördern. Auf Landesebene werden wir uns deswegen für eine bessere, auskömmliche finanzielle Ausstattung der Bereiche Jugend, Soziales und Kultur einsetzen. Für den Jugendbereich setzen wir uns für ein Jugendarbeitsinvestitionsprogramm ein.

Partizipation von Kinder und Jugendlichen stärken

Kinder und Jugendliche sind fast immer von politischen Entscheidungen betroffen. Allerdings haben sie nur zu selten die Möglichkeit, auf diese Entscheidungen Einfluss zu nehmen. Ihre Interessen und ihre Lebenswelt müssen aber ernst genommen werden. Indem wir bereits vorhandene Strukturen zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen weiterentwickeln und weitere zeitgemäße Mitbestimmungsmöglichkeiten suchen. Freilich gehen junge Menschen deutlich seltener zur Wahl als ältere. Auch deshalb sind junge Menschen in der Politik deutlich weniger repräsentiert. Wir kämpfen dafür, dass diese junge Sicht der Dinge gehört und von Entscheidungen in unserem Bezirk wird. Die SPD-Fraktion möchte ein gutes Vorbild für junge Menschen sein und sie ermutigen, ihr Lebensumfeld mitzugestalten. Auch deshalb sind ein Viertel der Mitglieder der SPD-Fraktion zwischen 20-30 Jahren alt. Für uns ist klar: Ohne Jugend ist kein Staat zu machen!

Fachübergreifend agieren

Um konstruktive Antworten auf die grundlegenden Herausforderungen des 21. Jahrhunderts im Bereich der Kinder- und Jugendpolitik finden zu können, bedarf es aus unserer Sicht eines Zusammendenkens von Bildung, Betreuung und Erziehung, Kita, Jugendhilfe und Schule. Im Mittelpunkt deren Bildungsinhalte sowie Methodik müssen die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen stehen. Ebenso ist die Gewährleistung einer vielfältigen Angebotsstruktur im Sozialraum Auftrag unseres Wirkens. In diesem Sinne gilt es, das Zusammenwirken von den bereits genannten Strukturen sowie Weiterbildungsangebote und Kultur komplementär weiterzuentwickeln. Um weitere Fortschritte in dieser Richtung anzuregen, werden wir mit der Landesebene eng zusammenarbeiten.