Weiterbildung & Kultur

Liebe Treptow-Köpenicker*innen,

Unsere gleichermaßen gewachsene wie dynamisch sich entwickelnde Kunst- und Kulturlandschaft ist auch zu einem wichtigen touristischen Wirtschaftsfaktor geworden. Die bezirklichen Weiterbildungs- und Kultureinrichtungen sind Wirkungs- und Arbeitsstätte für viele Künstlerinnen und Künstler und Dozentinnen und Dozenten. Sie leisten eine überaus wichtige integrative und pädagogische Arbeit. Wir wollen auch in Zukunft sicherstellen, dass Vielfalt und Qualität des breiten Angebots erhalten bleiben. Vor dem Hintergrund angespannter Finanzausstattung geht es dabei auch darum, neue Ideen zu entwickeln, einen breiteren Blickwinkel einzunehmen und den Mut zu haben, andere Wege anzuregen. Wir werden uns auch in dieser Wahlperiode mit viel Herzblut, Engagement und Ausdauer den Herausforderungen stellen und freuen uns, mit Ihnen im Dialog zu bleiben. Und – auch Sie können etwas für dieses große Angebot tun: Besuchen Sie Ihre bezirklichen Kultur- und Weiterbildungseinrichtungen! Sie leisten damit einen unschätzbaren Beitrag zu deren Erhalt und Entwicklung!

Ihre SPD-Fraktion Treptow-Köpenick

Treptow-Köpenick bleibt Kreativraum für Künstler*innen

Kulturelle Bildung ist eine wesentliche Voraussetzung für eine gelingende gesellschaftliche Teilhabe. Wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass nicht kommerzieller Kreativraum eine gute Entwicklungsperspektive behält. Wichtige Voraussetzung dafür sind Räume, in denen Künstlerinnen und Künstler wirken und arbeiten können. Wir verstehen Kulturpolitik daher auch als Stadtentwicklungspolitik und setzen uns dafür ein, dass die Belange der Kultur in die Liegenschaftspolitik von Bezirk und Land einfließen. Die künftige kulturelle Nutzung des Spreeparks im Plänterwald und die Sicherung des Kulturstandorts Novilla in der Hasselwerderstraße sind dafür herausragende Beispiele.

Viele Künstlerinnen und Künstler sind auf eine öffentliche Förderung angewiesen. Wir machen uns dafür stark, dass die Förderprogramme von Bezirk und Land erhalten und ausgebaut werden. Im Bezirkshaushalt 2018/19 haben wir bereits deutliche Verbesserungen erreicht: Dazu gehören zum Beispiel die Mittel für dezentrale Kulturarbeit, die darauf zielen, dass Kulturprojekte an vielen Orten unseres großen Bezirks stattfinden können. Oder der Projektfonds für kulturelle Bildung, mit dem sichergestellt werden kann, dass kulturelle Bildung viele Kinder und Jugendliche in unserem Bezirk erreicht. Wir wollen, dass kulturelle Daseinsvorsorge auf eine solidere finanzielle Basis gestellt wird und haben in der zurückliegenden Wahlperiode gemeinsam mit anderen das Bezirksamt beauftragt, ein Kulturkonzept zu entwickeln, das bezirkliche Kulturarbeit nachhaltig sichert. Wir werden den Prozess im Sinne der Kulturschaffenden und der Kulturkonsument*innen konstruktiv und kritisch weiter begleiten. Dabei werden wir auch die Verantwortung des Landes Berlin für die Kultur in den Bezirken stärker in den Blick nehmen. Kulturstadt Berlin – das ist die Metropole und das sind die Bezirke!

Treptow-Köpenick – ein Ort mit Geschichte

Gedenk- und Erinnerungskultur sind wichtige Säulen, um die Menschen mit der Geschichte unseres Bezirks zu verbinden. Unsere beiden Museen in Treptow und Köpenick sind solche Orte der „geschichtlichen Spurensuche“. Wie war das noch mit der Pilotin Melli Beese in Johannisthal und wo verlief eigentlich bei uns die Mauer? Darüber und über Vieles mehr können sich Jung und Alt in unseren Museen informieren. Wir wollen unsere Museen in Treptow und Köpenick als Lern-, Erlebnis- und Begegnungsorte weiterentwickeln. Dafür werden wir den schon eingeschlagenen Weg der Zusammenarbeit mit Schulen, Kitas sowie Jugend- und Freizeitstätten weitergehen und darauf hinwirken, dass sich die historischen Zeugnisse den Besucherinnen und Besuchern unserer Museen mit modernsten Mitteln und Methoden erschließen. Auch die Erinnerungsarbeit liegt uns am Herzen. In unserem Bezirk befinden sich viele authentische Geschichtsorte, die an die wechsel- und auch leidvolle Geschichte vieler Menschen in Treptow-Köpenick erinnern. Dazu gehört an zentraler Stelle die Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche, die für die Erinnerung an die nationalsozialistische Verfolgungsgeschichte einen wichtigen Ort von überregionaler Bedeutung darstellt. Wir verstehen es als wichtige Aufgabe, diesen Ort nicht nur zu erhalten, sondern weiterzuentwickeln. Dafür haben wir maßgeblich daran mitgewirkt, dass sich ein neu eingerichtetes Kuratorium dieser Aufgabe intensiv widmet. Wir werden uns in dieses Gremium einbringen und daran mitarbeiten, dass die Potenziale dieses Ortes genutzt werden. Darüber hinaus werden wir in unserer Arbeit auch den vielen weiteren Erinnerungsorten unsere Aufmerksamkeit widmen. Wir verstehen Erinnerungskultur als ein Netzwerk, dessen Knoten stetig in die kulturpolitische Arbeit miteinbezogen werden müssen. Historisch-kultureller Austausch lebt dabei auch davon, über „den eigenen Tellerrand“ zu schauen. Die zahlreichen Städtepartnerschaften unseres Bezirks sehen wir als Inspirationsquelle unserer kommunalpolitischen Arbeit und werden sie weiter fördern und ausbauen.

Treptow-Köpenick – ein Ort lebenslangen Lernens

Orte außerschulischen Lernens lassen sich in Treptow-Köpenick viele finden. Die bezirklichen Bildungsangebote sind dabei in dem großen Netz von Weiterbildungsmöglichkeiten von besonderer Bedeutung, da sie die Teilhabe aller Menschen im Auge haben.

Die Volkshochschule Treptow-Köpenick leistet als zentraler bezirklicher Weiterbildungsleuchtturm eine überaus wichtige Arbeit. Mit einem breiten Kursangebot nimmt sie alle Altersgruppen und eine Vielzahl von Interessenlagen in den Blick und setzt damit wichtige Impulse zum lebenslangen Lernen. Bei der Integration von Flüchtlingen hat sich die Volkshochschule zu einer zentralen Anlaufstelle entwickelt; diesen Kurs werden wir weiter bestärken. Es ist uns wichtig, dass sich die Volkshochschule noch stärker in eine Zusammenarbeit mit Kiezklubs und Jugend- und Freizeiteinrichtungen einbringt. Der Ausbau von Kooperationen ist wichtig, damit noch mehr Menschen in unserem großen Bezirk davon profitieren können. Ebenso gilt es, noch stärker auf die Bedürfnisse junger Menschen und Zugezogener zu reagieren. „Öffnung“ und „Modernisierung“ sind Schlüsselbegriffe unserer kommunalpolitischen Arbeit. Ähnliches gilt auch für die Joseph-Schmidt-Musikschule. Wir wollen die Angebote der Musikschule für mehr Menschen in Treptow-Köpenick zugänglich machen. Durch eine stärkere Kooperation der Musikschule mit Jugendfreizeiteinrichtungen, Kiezklubs, Kitas und Schulen lassen sich die Angebote auf den gesamten Bezirk ausdehnen. Damit erreichen wir mehr Teilhabe und eine Stärkung der musisch-kulturellen Daseinsvorsorge für die Menschen. Darüber hinaus wollen wir die Situation der Musikschullehrerinnen und Musikschullehrer verbessern. Die Festanstellung im Umfang von 20% ist ein erster wichtiger Schritt, um mehr Verlässlichkeit im Sinne „guter Arbeit“ für die Musikpädagoginnen und -pädagogen zu erreichen. Unser Ziel besteht darin, den Anteil der Festanstellungen auszuweiten, ohne dabei die Honorarmittel zu reduzieren. Nur in einem verlässlichen Zusammenspiel zwischen Honorarkräften und festangestellten Beschäftigten lassen sich die Potentiale der Musikschule erschließen.

Bibliotheken – mehr als Aufbewahrungsstätten für Bücher!

In der letzten Wahlperiode waren wir maßgeblich an der Entwicklung eines neuen Bibliothekskonzeptes beteiligt. Eine neue Struktur mit zwei Mittelpunktbibliotheken, drei Stadtteilbibliotheken, dem Bibliotheksbus und einer Bibliothek im Pilotprojekt mit einer Schulbibliothek ist nun die Grundlage unserer weiteren Arbeit. Auch hier gilt für uns das Prinzip der „Öffnung“ und „Modernisierung“. Moderne Bibliotheken sind längst dem engen Korsett von reinen Entleih- und Rückgabestellen entwachsen – sie sind Bildungs-, Kultur- und Begegnungsstätten und werden multifunktional betrieben. Mit den Mittelpunktbibliotheken in Köpenick und in Treptow sind auch bei uns moderne Wissens- und Bildungszentren entstanden, die wir durch intensive Mitarbeit und Initiativen unterstützt haben. Diese gilt es nun weiterzuentwickeln, um sie für Menschen aller Altersschichten, unterschiedlicher Nationalitäten, ganz besonders aber für junge Menschen attraktiv zu gestalten. Den gleichen Ansatz werden wir auch bei den Stadtteilbibliotheken verfolgen. Ausweitung der Öffnungszeiten, Zugangserleichterungen für WLAN und Internet, mehrsprachige und digitale Medien und neue Ideen für Kooperationen – das sind einige der Punkte, die wir in dieser Wahlperiode anstreben. Mit dem Pilotprojekt „Schulbibliothek mit öffentlicher Nutzung“ haben wir bereits einen Weg eingeschlagen, den wir weiter fortentwickeln werden.