In der gestrigen Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung in Treptow-Köpenick haben die Fraktionen der SPD, die Linke und Bündnis90/ Die Grünen einen gemeinsamen Antrag zur Sicherung der Kleingärten im „Dreieck Späthsfelde“ eingebracht. Die Fraktionen weisen auf den sozialen sowie ökologischen Charakter der Kleingärten hin und fordert den Senat auf, dies in seinen Planungen zu berücksichtigen.
„Berlin braucht Wohnungen – aber nicht um den Preis, dass wir Lebensqualität einfach wegplanen“, betont Manuel Tyx, Sprecher für Stadtentwicklung und Bauen der SPD-Fraktion. Die Kleingärten im Bereich Späthsfelde seien deutlich mehr als private Parzellen. „Sie sind Orte der Erholung, des nachbarschaftlichen Zusammenhalts und ökologische Ankerpunkte im dicht besiedelten Südosten Berlins. Wer sie opfert, opfert ein Stück Kiezkultur und Klimaschutz.“
Hintergrund
Der Senat plant im Entwicklungsgebiet mehrere tausend neue Wohneinheiten. Nach Ansicht der SPD-Fraktion dürfen die dringend benötigten Neubauten jedoch nicht zulasten des Stadtgrüns entstehen. Tyx fordert daher eine integrierte Planung, die sowohl Wohnraum schafft als auch bestehende Grünstrukturen erhält: „Wir müssen weg von der Logik ‚Wohnen oder Grün‘. Eine nachhaltige Stadtentwicklung verbindet beides.“
Der gemeinsame Antrag sieht vor, dass das Bezirksamt in Gesprächen mit der Senatsverwaltung erreicht, dass der Bestand der Kleingärten langfristig gesichert, in die Planung integriert und neue Nutzungskonzepte entwickelt werden, die Wohnungsbau, Grünflächen und bürgerschaftliche Nutzung zusammenführen. Ein solches Vorgehen könne, so Tyx, Vorbild für ganz Berlin werden: „Wir haben hier die Chance, Modellcharakter zu beweisen. Ein Quartier, das Wohnen, Klimaresilienz und soziale Infrastruktur vereint, zeigt, wie moderne Stadtentwicklung funktionieren kann.“
Das Areal „Dreieck Späthsfelde“ im Süden Treptow-Köpenicks zählt zu den bedeutenden städtebaulichen Entwicklungsflächen Berlins. Der Senat plant dort die Schaffung mehrerer tausend Wohnungen, um den steigenden Wohnraumbedarf zu decken. Gleichzeitig befinden sich im Gebiet historisch gewachsene Kleingartenanlagen, die wichtige Funktionen übernehmen: Sie verbessern das Mikroklima, fördern Biodiversität und dienen als soziale Treffpunkte für Anwohnende. Das Entwicklungsgebiet und damit die Kleingärten fallen nicht unter das Kleingartenschutzgesetz. Daher sind sie derzeit gefährdet.
Studien belegen zunehmend den Wert urbaner Gärten für die Klimaanpassung. Besonders in heißen Sommern sorgen sie für Temperaturregulierung, ermöglichen Versickerungsflächen und bieten Lebensraum für Insekten und Vögel. Für den Bezirk Treptow-Köpenick, der bereits von starker Nachverdichtung betroffen ist, stellt der Erhalt dieser Strukturen einen zentralen Baustein nachhaltiger Stadtplanung dar.
Die SPD-Fraktion fordert deshalb, Wohnungsbau und Grünflächenschutz nicht gegeneinander auszuspielen. „Stadtentwicklung muss heute beides leisten: bezahlbaren Wohnraum und ökologische Stabilität“, sagt Tyx. „Nur so entsteht ein lebenswertes Berlin – für heutige und für kommende Generationen.“
