In der Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick wurde am 15. Januar 2026 eine mündliche Anfrage des BVV-Vorstehers Peter Groos zu den sicherheitspolitischen Konsequenzen aus jüngsten Anschlägen auf die Stromversorgung gestellt. Hintergrund waren der Anschlag auf die Stromversorgung in Köpenick (Spindlersfeld) im September 2025 sowie die Ereignisse in Berlin-Lichterfelde im Januar 2026. Für das Bezirksamt antwortete Bezirksbürgermeister Oliver Igel.
Oliver Igel machte deutlich, dass es oberste Priorität sei, solche Anschläge künftig zu verhindern, konsequent aufzuklären und strafrechtlich zu verfolgen. Gleichzeitig müsse sichergestellt werden, dass Sicherheitsbehörden, Verwaltung und Katastrophenschutz organisatorisch und personell so ausgestattet sind, dass sie Krisenlagen effektiv bewältigen können.
Die Auswertung des Stromausfalls in Treptow-Köpenick im September 2025 ist laut Bezirksbürgermeister noch nicht vollständig abgeschlossen, befinde sich jedoch in einem weit fortgeschrittenen Stadium. Dabei seien sowohl positive als auch kritische Erkenntnisse gewonnen worden – unter anderem durch eine Befragung der betroffenen Bevölkerung. Auffällig sei gewesen, dass die Bewältigung der Krisenlage in Treptow-Köpenick und in Steglitz-Zehlendorf teils sehr unterschiedlich verlief.
Besonders die Fragen nach Zuständigkeiten, Verantwortung, der Ausrufung einer Großschadenslage, der Zusammenarbeit von Krisenstäben, der Krisenkommunikation sowie dem Einsatz von Katastrophenschutz-Leuchttürmen müssten bezirks- und landesweit systematisch ausgewertet werden. Positiv bewertete Oliver Igel, dass das Land Berlin aus den Erfahrungen des Jahres 2025 gelernt habe und in der jüngeren Lage schneller reagierte – unter anderem durch die Ausrufung einer Großschadenslage.
Für die kommenden Jahre sieht der Bezirksbürgermeister klaren Handlungsbedarf: Der Bevölkerungsschutz in Treptow-Köpenick müsse weiter gestärkt werden, insbesondere mit Blick auf mögliche Winterlagen. Die personelle Aufstockung der bezirklichen Katastrophenschutzbehörden im Doppelhaushalt 2026/2027 sei ein wichtiger Schritt. Nun gelte es, neue Strukturen aufzubauen, zu schulen und regelmäßig zu erproben. „Üben, üben, üben“ sei entscheidend, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.
Als SPD-Fraktion Treptow-Köpenick unterstützen wir diesen Kurs ausdrücklich. Resilienz, gute Ausstattung, klare Abläufe und eine informierte Bevölkerung sind zentrale Bausteine, um unseren Bezirk besser auf Krisen vorzubereiten. Bevölkerungsschutz ist eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft – und bleibt für uns ein zentrales Thema.
