FEZ Berlin und Wuhlheide vor entscheidenden Jahren: Warum jetzt die Zukunft des Familien- und Freizeitzentrums gesichert werden muss

Das FEZ Berlin ist weit mehr als eine Freizeiteinrichtung. Für Generationen von Berlinerinnen und Berlinern ist es ein Ort der Kindheit, des Lernens und der Begegnung. Als Mitglied der SPD-Fraktion Treptow-Köpenick bin ich überzeugt: Die Zukunft des FEZ und der gesamten Wuhlheide wird eine der zentralen politischen Aufgaben der kommenden Jahre sein.

Auf dem Wuhlheidefest 2026 wurde diese Herausforderung bei einer Podiumsdiskussion deutlich benannt. SPD-Fraktionsvorsitzender Paul Bahlmann machte dabei auf ein Problem aufmerksam, das lange bekannt ist, nun aber dringend gelöst werden muss: den enormen Sanierungsbedarf des FEZ Berlin.

FEZ Berlin: Europas größtes Kinder- und Familienzentrum

Das FEZ Berlin in der Wuhlheide ist Europas größtes gemeinnütziges Kinder-, Jugend- und Familienzentrum. Jährlich besuchen mehrere Hunderttausend Menschen die Einrichtung. Auf einem weitläufigen Gelände werden Bildungs-, Kultur-, Freizeit- und Sportangebote für Kinder, Jugendliche und Familien angeboten. Dazu gehören unter anderem die Astrid-Lindgren-Bühne, das Kindermuseum, das Orbitall-Raumfahrtzentrum, Schwimm- und Sportanlagen sowie zahlreiche Veranstaltungen für Schulen und Familien.

Gerade für Treptow-Köpenick ist das FEZ ein unverzichtbarer Bestandteil der sozialen und kulturellen Infrastruktur. Es prägt die Wuhlheide ebenso wie die Parkeisenbahn oder das Haus Natur und Umwelt.

Paul Bahlmann: „Wenn wir wollen, dass das FEZ erhalten bleibt, müssen wir jetzt handeln“

Auf dem Wuhlheidefest sprach Paul Bahlmann offen über die Herausforderungen:

„Wenn wir wollen, dass das FEZ erhalten bleibt, dann brauchen wir wahrscheinlich eine Gesellschaft des öffentlichen Rechts.“

Hinter dieser Aussage steht eine grundlegende Debatte über die Zukunft der Wuhlheide. Nach Einschätzung Bahlmanns reichen die heutigen Strukturen nicht mehr aus, um die gewaltigen Investitions- und Sanierungsaufgaben zu bewältigen.

Besonders kritisch sieht er die Vielzahl unterschiedlicher Zuständigkeiten. Das FEZ ist derzeit organisatorisch eng mit der Senatsverwaltung verbunden, verfügt aber selbst nicht über die notwendigen Bau- und Infrastrukturkapazitäten. Für viele Maßnahmen müssen unterschiedliche Behörden, Unternehmen und Institutionen eingebunden werden.

Enormer Sanierungsbedarf im FEZ Berlin

Der größte Handlungsdruck entsteht durch den baulichen Zustand vieler Anlagen.

Wie Paul Bahlmann auf der Veranstaltung schilderte, betrifft der Sanierungsbedarf nahezu alle Bereiche:

  • technische Infrastruktur,
  • Energieversorgung,
  • Haustechnik,
  • Leitungsnetze,
  • Freiflächen,
  • Gebäude unter Denkmalschutz,
  • Sport- und Freizeitanlagen.

Besonders die technische Infrastruktur stammt teilweise noch aus früheren Jahrzehnten. Gleichzeitig steht das FEZ inzwischen unter Denkmalschutz, was notwendige Modernisierungen zusätzlich erschwert.

Hinzu kommt, dass sich viele Herausforderungen nicht auf das Hauptgebäude beschränken. Auch die Infrastruktur der gesamten Wuhlheide – von Stromleitungen bis zur Parkentwicklung – muss langfristig betrachtet werden.

Die Wuhlheide braucht eine gemeinsame Strategie

Aus Sicht der SPD-Fraktion Treptow-Köpenick reicht es deshalb nicht aus, einzelne Gebäude zu sanieren. Vielmehr braucht die gesamte Wuhlheide eine gemeinsame Entwicklungsstrategie.

Paul Bahlmann warb dafür, die verschiedenen Zuständigkeiten stärker zu bündeln und die Wuhlheide als zusammenhängenden Raum zu betrachten. Nur so könnten Fragen des Naturschutzes, der Infrastruktur, der Freizeitnutzung und der kulturellen Entwicklung gemeinsam gelöst werden.

Ein möglicher Ansatz wäre eine neue Organisationsstruktur, die Planung, Bau und Betrieb zentral koordiniert und schneller Entscheidungen treffen kann.

Sondervermögen für die Zukunft des FEZ

Ebenso deutlich wurde auf dem Podium, dass die notwendigen Investitionen nicht aus laufenden Haushalten finanziert werden können.

Bahlmann sprach sich deshalb für ein eigenes Finanzierungsinstrument aus:

„Wir müssen eine andere Eigentümerstruktur hinkriegen und ein Sondervermögen aufstellen, weil das, was da saniert werden muss, sehr teuer wird.“

Tatsächlich dürfte die Modernisierung des FEZ Berlin und seiner Infrastruktur Investitionen in Millionenhöhe erfordern. Gleichzeitig wäre dieses Geld gut angelegt. Das FEZ ist nicht nur ein Freizeitstandort, sondern ein zentraler Bildungs- und Begegnungsort für ganz Berlin.

Die SPD-Fraktion wird die Debatte vorantreiben

Für die SPD-Fraktion Treptow-Köpenick steht fest: Das FEZ Berlin muss dauerhaft gesichert werden. Die Wuhlheide ist eines der wichtigsten Naherholungs- und Bildungsgebiete Berlins. Ihr Erhalt darf nicht an komplizierten Zuständigkeiten oder fehlenden Investitionen scheitern.

Die Diskussion auf dem Wuhlheidefest hat gezeigt, dass parteiübergreifend die Bereitschaft besteht, neue Lösungen zu finden. Nun kommt es darauf an, gemeinsam mit dem Berliner Senat, dem Abgeordnetenhaus und den Akteuren vor Ort eine tragfähige Zukunftsstrategie zu entwickeln.

Denn eines ist klar: Wer die Wuhlheide und das FEZ Berlin für kommende Generationen erhalten will, muss heute die notwendigen Entscheidungen treffen.