1. Welche Maßnahmen zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners wurden in den letzten beiden Jahren seitens des Bezirksamtes ergriffen?
2. Welche präventiven Maßnahmen (z. B. Monitoring, Absperrungen, Informationskampagnen) werden derzeit umgesetzt, um die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners einzudämmen und die Bevölkerung zu schützen?
3. Inwieweit sind öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Kitas, Spielplätze und Parks von Befällen betroffen, und wie wird dort der Schutz von Kindern und Beschäftigten sichergestellt?
4. Arbeitet das Bezirksamt mit anderen Behörden, Institutionen oder Dienstleistern bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zusammen und, wenn ja, in welcher Form?
5. Welche finanziellen Mittel standen dem Bezirk 2023 und 2024 für Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner zur Verfügung, und in welcher Höhe wurden diese in Anspruch genommen?
6. Plant das Bezirksamt angesichts zunehmender klimatischer Veränderungen eine langfristige Strategie im Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner?
7. Welche Erkenntnisse liegen dem Bezirksamt zu Befällen des Eichenprozessionsspinners in den Forstflächen im Bezirk vor, und in welcher Form erfolgt dort die Zusammenarbeit mit den Berliner Forsten oder dem zuständigen Landesforstamt?
8. Ist bekannt, welche Maßnahmen das Landesforstamt in diesem Rahmen durchgeführt bzw.geplant hat?
9. Inwieweit wird die Entwicklung hinsichtlich des Eichenprozessionsspinners in die Planung von Erholungsflächen (z. B. Waldspielplätze) einbezogen?
Hierzu antwortet das Bezirksamt Treptow-Köpenick:
Zu 1.
Im Jahr 2024 wurde in kritischen Bereichen, wie der Jugendverkehrsschule Wuhlheide, Wasserspielplatz Plansche und Festwiese FEZ, eine vorbeugende Biozidbehandlung gegen die Larven des Eichenprozessionsspinners (EPS) durchgeführt. An weiteren stark frequentierten Bereichen (z. B. Schulwege, Haltestellenbereiche, Friedhöfe, Spielplätze) wurden und werden die EPS-Nester mechanisch entfernt. Auch in diesem Jahr werden die Nester an neuralgischen öffentlichen Orten, an denen sich Menschen in der Regel länger aufhalten abgesaugt. Die Eichen werden im Zuge der Regelkontrollen durch die jeweiligen Mitarbeitenden in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Auf Spielplätzen, Schulen und Sportplätzen wurden Schilder (z. T. bis zur Absaugung) in der Nähe der jeweiligen Bäume angebracht.
Zu 2.
Eine flächendeckende Bekämpfung der Schädlinge ist aufgrund der seit Jahren immer weiter voranschreitenden Verbreitung des Eichenprozessionsspinners nicht möglich.
Das bezirkliche Straßen- und Grünflächenamt (SGA) führt dauerhaft Maßnahmen an sogenannten Hotspots (siehe Antwort zu 1.) durch. Über eine eigene E-Mail-Adresse (eichenprozessionsspinner@ba-tk.berlin.de) kann der Raupenbefall direkt gemeldet werden, um eine schnelle Erfassung zu ermöglichen. Darüber hinaus informierte das Bezirksamt per Pressemitteilung zum Befall. Menschen, die allergisch auf die Raupenhaare reagieren, wurden gebeten, Spielplätze und Parkanlagen mit Eichenbestand umsichtig zu nutzen oder wenn möglich zu meiden.
Zu 3.
Der EPS tritt flächendeckend auf. Deshalb sind auch alle öffentlichen Flächen direkt und/oder indirekt betroffen. Entsprechende Maßnahmen werden laut Punkt 1. und 2. veranlasst.
Zu 4.
Das SGA ist im Zuge des monatlich stattfindenden Fachausschusses Stadtbäume im regelmäßigen Austausch mit den anderen Bezirken. Zudem finden Absprachen über Art und Weise von Bekämpfungsmaßnahmen sowie Entwicklungsstadien der Raupen mit anderen Fachämtern (Schule/Sport), den Berliner Forsten, dem Pflanzenschutzamt und der Polizei statt.
Zu 5.
Im Jahr 2023 hat die Bauminspektion des SGA 89.200 Euro für die Bekämpfung der EPS-Nester inkl. notwendiger Baumarbeiten festgelegt. Davon wurden 82.838 Euro verausgabt. Im Jahr 2024 wurden 75.000 Euro festgelegt, wovon 52.470 Euro verausgabt wurden. Der Rest floss zurück in den Unterhaltungshaushalt.
Zu 6.
Im November 2025 findet eine Evaluation mit allen Beteiligten statt. Diesbezüglich ist anzumerken, dass neben dem EPS weitere allergieauslösende Arten im Raupenstadium zunehmen.
Zu 7.
Befall an den Grenzen von Bezirksflächen und Forstflächen wird im Einzelfall mit den jeweiligen Revierförstereien besprochen und bearbeitet. Nach Kenntnis des SGA ist der Befallsdruck in Waldgebiet allgemein sehr hoch. Genauere Angaben wären bei den Berliner Forsten zu erfragen.
Zu 8.
Nach Kenntnisstand des SGA führen die Berliner Forsten die mechanische Bekämpfung überwiegend an den von ihnen betriebenen Waldspielplätzen und wenigen anderen neuralgischen Punkten mit hoher Verweildauer durch.
Zu 9.
Das SGA betreut keine Waldspielplätze. Zu den anderen Punkten siehe Antwort zu 6.
