Märkte der Begegnung in Johannisthal: Bezirk stärkt Nachbarschaft und schafft Perspektiven für Wochenmarkt

Mit gezielten Maßnahmen unterstützt der Bezirk Johannisthal die Entwicklung neuer Begegnungsformate rund um das Rathaus. Das wurde in der Antwort von Bezirksbürgermeister Oliver Igel auf eine mündliche Anfrage des BVV-Vorstehers Peter Groos deutlich. Aus Sicht der SPD-Fraktion zeigt sich hier beispielhaft, wie Verwaltung, Zivilgesellschaft und lokale Initiativen gemeinsam neue Impulse für das Kiezleben setzen.

Neustart nach gescheitertem Wochenmarktversuch

Ausgangspunkt der aktuellen Entwicklung ist ein gescheiterter Versuch, einen klassischen Wochenmarkt am Standort Megedestraße/Sterndamm zu etablieren. Der ursprünglich geschlossene Vertrag mit einem privaten Betreiber musste im März 2025 im gegenseitigen Einvernehmen aufgehoben werden, da es nicht gelungen war, ausreichend Händlerinnen und Händler für einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb zu gewinnen.

Aus unserer Sicht ist entscheidend, wie der Bezirk mit dieser Situation umgegangen ist: Statt das Vorhaben aufzugeben, wurde aktiv nach neuen Lösungen gesucht, um die Fläche weiterhin sinnvoll zu nutzen und die Bedürfnisse der Anwohnerschaft aufzugreifen.

Kooperation mit der Schulimker gGmbH als neuer Ansatz

Mit der Schulimker gGmbH wurde ein neuer Partner gefunden, der einen anderen, stärker gemeinwohlorientierten Ansatz verfolgt. Durch einen Nutzungsvertrag stellt das Land Berlin der Initiative die Fläche zur Verfügung, um dort regelmäßig sogenannte „Märkte der Begegnung“ zu organisieren.

Dieser Ansatz verbindet mehrere Ziele miteinander: Einerseits sollen frische Lebensmittel angeboten werden, andererseits steht vor allem die soziale Funktion im Mittelpunkt. Die Märkte bieten Raum für Austausch, Beteiligung und lokale Vernetzung – ein Ansatz, den wir als SPD-Fraktion ausdrücklich begrüßen.

Märkte der Begegnung stärken das Kiezleben

Die geplanten Termine im Frühjahr und Sommer 2026 markieren den Auftakt dieses neuen Formats. An ausgewählten Tagen werden Märkte organisiert, die bewusst über den reinen Verkauf hinausgehen. Neben Lebensmitteln erhalten auch Initiativen, Vereine und Gruppen aus dem Bezirk die Möglichkeit, sich zu präsentieren und aktiv einzubringen.

Diese Öffnung ist aus unserer Sicht ein zentraler Erfolgsfaktor. Die Märkte werden damit zu Orten des Austauschs, an denen Nachbarschaft konkret gelebt wird. Gerade in einem wachsenden Stadtteil wie Johannisthal sind solche Begegnungsräume von großer Bedeutung für den sozialen Zusammenhalt.

Starke Unterstützung durch das Bezirksamt

Besonders positiv hervorzuheben ist die breite Unterstützung innerhalb des Bezirksamts. Das Amt für Soziales bringt sich über den Kiezclub Johannisthal aktiv in die Organisation ein und trägt damit wesentlich zum Gelingen der Veranstaltungen bei.

Darüber hinaus begleitet die sozialraumorientierte Planungskoordination die Initiative. Diese fachliche Unterstützung stellt sicher, dass die Märkte nicht nur organisatorisch funktionieren, sondern auch in die langfristige Entwicklung des Sozialraums eingebettet sind. Aus Sicht der SPD-Fraktion zeigt sich hier, wie moderne Verwaltung aktiv gestaltend wirken kann.

Einbindung in bestehende Kiezformate

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Verknüpfung mit bestehenden Beteiligungsformaten im Bezirk. So wird der Auftakt der Märkte bewusst in die Kieztour eingebunden, ein Format zur aktiven Erkundung und Beteiligung im Stadtteil. Der Markt bildet dabei den Abschluss einer solchen Tour und schafft einen konkreten Ort für Begegnung und Austausch.

Diese Verzahnung verschiedener Formate stärkt die Sichtbarkeit der Initiative und sorgt dafür, dass unterschiedliche Zielgruppen erreicht werden.

Perspektive: Vom Begegnungsmarkt zum Wochenmarkt

Besonders wichtig ist die langfristige Perspektive, die der Bezirksbürgermeister aufgezeigt hat. Nach einer ersten Erprobungsphase sollen die Märkte der Begegnung ausgewertet werden. Auf Grundlage dieser Erfahrungen wird entschieden, wie das Format weiterentwickelt werden kann.

Wenn es gelingt, ausreichend Händlerinnen und Händler – insbesondere aus dem Lebensmittelbereich – zu gewinnen, besteht die klare Perspektive, das Projekt spätestens zur Sommersaison 2027 in einen regelmäßigen Wochenmarkt zu überführen.

Aus unserer Sicht ist dieser schrittweise Ansatz der richtige Weg. Er verbindet realistische wirtschaftliche Rahmenbedingungen mit einer starken sozialen Verankerung im Kiez.

Fazit: Sozialer Ansatz als Schlüssel zum Erfolg

Die Antwort von Oliver Igel macht deutlich, dass der Bezirk aktiv daran arbeitet, neue Wege für die Entwicklung lebendiger Nachbarschaften zu gehen. Die Märkte der Begegnung sind dabei weit mehr als ein Ersatz für einen klassischen Wochenmarkt – sie sind ein innovatives Instrument zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts.

Aus Sicht der SPD-Fraktion ist dieser Ansatz richtungsweisend. Er zeigt, dass nachhaltige Stadtentwicklung dann besonders erfolgreich ist, wenn wirtschaftliche, soziale und bürgerschaftliche Interessen zusammen gedacht werden. Johannisthal kann hier zu einem Beispiel dafür werden, wie aus einer Herausforderung eine echte Chance für den Kiez entsteht.

Die Kieztour in Johannisthal ist für Samstag, den 09. Mai 2026 von 9:00–12:00 Uhr geplant!

Weitere Informationen zur Kieztour erhalten Sie hier!