Die Sanierung der Hirschgartengrundschule in Berlin-Friedrichshagen bleibt eines der schwierigsten Schulbauprojekte in Berlin. In einer aktuellen Debatte wurde deutlich, wie groß die Herausforderungen bei der Modernisierung des ehemaligen DDR-Schulstandortes sind. Gleichzeitig machte Bezirksbürgermeister Oliver Igel deutlich, dass der Bezirk weiter an einer schnellen Fertigstellung arbeitet. Für die SPD-Fraktion Treptow-Köpenick steht fest: Trotz aller Probleme bleibt die Sanierung wichtig, um dringend benötigte Schulplätze in Friedrichshagen zu schaffen.
Die Hirschgartengrundschule soll künftig moderne Lernbedingungen für mehrere hundert Schülerinnen und Schüler bieten. Hintergrund des Projekts ist der starke Bevölkerungszuwachs im Berliner Südosten. Gerade in Friedrichshagen, Köpenick und der Dammvorstadt entstehen tausende neue Wohnungen, wodurch der Bedarf an Grundschulplätzen massiv steigt. Im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive investiert der Bezirk deshalb seit Jahren in neue Schulen, Erweiterungen und Sanierungen.
Doch bei der Hirschgartengrundschule „ist der Wurm drin“, wie Oliver Igel die Situation offen beschrieb. Während andere Projekte wie die Wilhelm-Bölsche-Schule oder die Grundschule an den Püttbergen weitgehend planmäßig voranschreiten, kam es an der Hirschgartengrundschule immer wieder zu Verzögerungen. Gründe seien unter anderem lange Prüfverfahren, mangelhafte Leistungen einzelner Firmen sowie gekündigte Verträge, etwa bei der Stromversorgung. Teilweise mussten Unternehmen ersetzt und einzelne Bauleistungen neu vergeben werden.
Nach Angaben des Bezirksamtes wurden bereits verschiedene Beschleunigungsmaßnahmen eingeleitet. Dazu gehört die Vergabe von Teilleistungen an zusätzliche Firmen im Roh- und Innenausbau. Ziel bleibt eine Inbetriebnahme im Schuljahr 2026/27. Der Bezirksbürgermeister betonte zugleich, wie aufwendig die Projektsteuerung inzwischen geworden sei. Mitarbeitende des Hochbaus müssten Baustellen dauerhaft kontrollieren, Fehler dokumentieren und Unternehmen zur Nachbesserung drängen.
Besonders deutlich wurde in der Debatte auch ein strukturelles Problem des Berliner Schulbaus: Die Sanierung bestehender Gebäude ist häufig deutlich komplizierter als Abriss und Neubau. Gerade ältere Schulbauten bringen unerwartete technische und statische Herausforderungen mit sich. Dennoch entschied sich der Bezirk bewusst für die Ertüchtigung des Bestands – auch aus Gründen der Nachhaltigkeit.
Die SPD-Fraktion Treptow-Köpenick unterstützt weiterhin die umfangreichen Investitionen in die Bildungsinfrastruktur. Gerade in einem wachsenden Bezirk bleibt moderner Schulbau eine zentrale Zukunftsaufgabe. Trotz der Schwierigkeiten zeigt das Projekt Hirschgartengrundschule auch, wie dringend Berlin schnellere Genehmigungen, verlässlichere Bauabläufe und effizientere Verfahren benötigt.
