Das Bezirksamt wird ersucht sich bei der zuständigen Senatsverwaltung dafür einzusetzen, dass in unmittelbarer Nähe des Sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park mehrsprachige Informationstafeln und digitale Inhalte ergänzt werden, die die Perspektiven ehemals unter sowjetischer Kontrolle stehender Länder sichtbar machen.
Wir ersuchen:
- eine historisch-kritische Kommentierung der auf dem Gelände des Sowjetischen Ehrenmals in Berlin-Treptow angebrachten Stalin-Zitate zu veranlassen – etwa durch gut sichtbare Infotafeln, digitale Angebote – leicht zugängig über QR-Codes – die über den Kontext der Zitate sowie die historischen Verbrechen Stalins informieren, sowie
- die namentlich bekannten sowjetischen Soldaten und Soldatinnen, die auf dem Ehrenmal beigesetzt sind, würdigend sichtbar zu machen, zum Beispiel durch eine Gedenkwand, eine digitale Gedenkplattform oder ein gedrucktes Namensverzeichnis vor Ort sowie durch geeignete gartentechnische Maßnahmen ihre Gräber für Besuchende des Mahnmals gut erkennbar zu machen. Ziel ist eine historisch ausgewogene Darstellung, die sowohl die Befreiung vom Nationalsozialismus als auch die nachfolgende Unterdrückung durch das sowjetische Regime berücksichtigt und so zu einer inklusiven Erinnerungskultur in Berlin beiträgt.
Begründung:
Erinnerungsarbeit und Gedenkkultur sind wichtige Bestandteile der Demokratiebildung und Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park ist Gedenkstätte und Friedhof für rund 7.200 sowjetische Soldatinnen und Soldaten. Das Ehrenmal erinnert an den Sieg über den Faschismus, bildet jedoch bislang ein einseitiges sowjetisches Geschichtsbild ab. Viele Menschen aus ehemals sowjetisch beherrschten Ländern verbinden damit auch Erfahrungen von Diktatur, Repression und Identitätsverlust. Wichtig ist uns eine historisch ausgewogene Darstellung, die sowohl die Befreiung vom Faschismus als auch die nachfolgende Unterdrückung durch das sowjetische Regime berücksichtigt. Eine kritische Ergänzung durch Informationstafeln und QR-gestützte digitale Angebote würde diese historischen Perspektiven sichtbar machen, die Vielschichtigkeit der Geschichte verdeutlichen und zu einer zeitgemäßen, inklusiven Erinnerungskultur in Berlin beitragen.
