Zukunft der Jugendeinrichtungen in Treptow-Köpenick vorläufig gesichert

Am 10. Februar 2026 hat der Jugendhilfeausschuss einen von SPD, Linken und Grünen eingebrachten Vorschlag für die Zukunft der Jugendarbeit zwischen 2026 und 2027 angenommen. Damit sollen Kürzungen teilweise rückgängig und Schließungen von Angeboten im Kosmosviertel und in Familienzentrum abgewendet werden.

Paul Bahlmann, Fraktionsvorsitzender und jugendpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion kommentiert den Beschluss: „Wir haben einen eigenen Vorschlag für die Zukunft der Jugendlandschaft vorgelegt. Das ist einmalig. Wir wollen grobe Kürzungen in der Jugendarbeit abfedern. Die Schließung der Streetwork im Kosmosviertel sowie des Familienzentrums in Friedrichshagen sollen abgewendet werden. Einen Weg zur Gegenfinanzierung haben wir aufgezeigt und politisch vorbereitet. Die Frage ist, ob das Amt bereit oder fähig dazu ist, ihn zu gehen.“

Hintergrund

Im Rahmen der Haushaltsberatungen für die Jahre 2026/2027 wurde dem Jugendhilfeausschuss im November 2025 ein Vorschlag für den Jugendförderplan 2026 des Jugendstadtrats Grammelsdorff (CDU) vorgelegt, der Kürzungen in Höhe von zwei Prozent im Bereich der freien Jugendarbeit sowie bis zu sechs Prozent in der Jugendsozialarbeit vorsah. Dieser Vorschlag wurde von Seiten der Träger der Jugendarbeit wie auch von den Fraktionen der SPD, Linken und Grünen scharf kritisiert. Insbesondere die fehlende Einbindung der Träger in die Haushaltsberatungen stieß auf Kritik, da deutlich wurde, dass bei den pauschalen Kürzungen nicht die Besonderheiten einzelner Projekte berücksichtigt wurden. Die Folge wäre neben der Kürzung durch den Bezirk der gleichzeige Verlust der Förderung durch das Land Berlin beim Streetwork-Projekt Outreach im Kosmosviertel, einem der Brennpunkte im Bezirk Treptow-Köpenick. Darüber hinaus wurden andere Träger erst im Rahmen der Vorstellung der Jugendförderplans über ihre Schließung zum Jahresende 2025 informiert. [1] [2]

Aus Sicht der SPD-Fraktion hätten diese Einschnitte erhebliche Auswirkungen auf bestehende Strukturen gehabt. Gerade angesichts steigender Sachkosten, wachsender sozialer Herausforderungen und eines zunehmenden Unterstützungsbedarfs bei Kindern, Jugendlichen und Familien wären Kürzungen ein falsches Signal gewesen. Daher wurde der Vorschlag von den Fraktionen der SPD, Die Linke und Bündnis 90/ Die Grünen abgelehnt. Maßgeblich war dabei die Überzeugung, dass Prävention, niedrigschwellige Angebote und stabile Strukturen langfristig Kosten sparen und gesellschaftlichen Zusammenhalt sichern. Eine kurzfristige Reduzierung der Mittel hätte hingegen Unsicherheit bei freien Trägern ausgelöst, Personalabwanderung begünstigt und die Kontinuität bewährter Projekte gefährdet.

Stattdessen setzte sich der Ausschuss für eine Übergangsregelung ein, um den Fortbestand der Angebote zunächst abzusichern und Zeit für eine tragfähige, transparente Lösung zu gewinnen. Ziel war es, die tatsächliche Haushaltslage, einschließlich der gesamtstädtischen Mittel des Landes Berlin, verlässlich zu bewerten und eine solide Finanzierungsgrundlage zu schaffen. [3]

[1] https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/treptow-koepenick/stadtrat-scheitert-mit-kurzungen-streit-um-die-jugendarbeit-in-treptow-kopenick-14910917.html

[2] https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/treptow-koepenick/berliner-bezirk-kurzt-in-der-jugendarbeit-die-auswirkungen-werden-direkt-bei-den-jungen-menschen-spurbar-sein-14866910.html

[3] https://spd-fraktion-treptow-koepenick.de/jugendarbeit-in-treptow-koepenick-akut-gefaehrdet-spd-fraktion-treptow-koepenick-kritisiert-massives-kommunikationsversagen-des-jugendamts-und-der-politischen-leitung